Was sagen uns die Radarbilder?
Ich habe einfach mal die Erklärung der Radarseite der ETH Zürich als Vorlage benutzt. Dort findet man auch viele weitere Informationen:
Die Farben auf demRadarbild der ETHZ haben folgende Bedeutung:
grün ("trocken"): kein Niederschlag
grün-blau: ("leicht"): leichter Niederschlag (Intensität 0.1-1 mm/h)
blau ("mässig"): mässiger Niederschlag (1-10 mm/h)
rot ("stark"): starker Niederschlag (10-100 mm/h)
gelb ("Hagel"): extrem starker Niederschlag (> 100 mm/h), evtl. mit Hagel vermischt
Was kann man dem aktuellen Radarbild anfangen?
Man hat eine Überblick über die aktuellen Niederschläge (vorausgesetzt, das Radar ist in Betrieb).
Man kann die Radarmessung mit der Beobachtung am eigenen Standort vergleichen.
Man kann eigene Niederschlagsprognosen für die unmittelbare Zukunft machen, wenn man die Bewegung der Niederschlagsgebiete verfolgt.
Man kann die unmittelbare Gefahr für Starkniederschlag, Gewitter und Hagel beurteilen.
Wie genau sind die Radarbilder?
Die Radarmessung stimmen nicht immer mit der Beobachtung am Boden überein. Mehrere Fehlerquellen sind möglich, zum Beispiel:
Das Radar misst auf einer bestimmten Höhe über Grund. Je grösser die Distanz zum Radar, umso höher liegt der Radarstrahl. Bei einer Distanz von 100 km befindet sich der Radarstrahl bereits auf 3.2 km über Meer. Das Radar kann verdunstenden Niederschlag erfassen, welcher den Boden nicht erreicht, oder das Radar sieht keinen Niederschlag, da sich dieser erst in den niedrigsten 1-2 km über Grund bildet. Der Niederschlag kann auch horizontal verfrachtet werden.
Das Radarsignal kann die effektive Niederschlagsintensität deutlich über- oder unterschätzen. Schmelzender Schnee beispielsweise wird vom Radar überschätzt, und Nieselregen (kleintropfiger Regen) wird vom Radar unterschätzt. Auch Niederschlagsgebiete im "Radarschatten" von starken Gewitterzellen werden oft unterschätzt, da der Radarstrahl beim Durchdringen der Gewitterzelle abgeschwächt wird.
Vögel und Insekten können gelegentlich Niederschlag vortäuschen.
Bodenechos (vor allem Hügel und Berge) werden herausgefiltert und durch interpolierte Regenechos ersetzt. Dieser Vorgang funktioniert nicht immer fehlerfrei. Der Uetliberg bewirkt eine teilweise Abschattung des Radarstrahls in Richtung SSW.